Heimatmuseum: Gründer gerät ins Zwielicht

Sa, 21. November 2009

Aus den Ortsteilen, Hüllhorst

Umbenennung des Heimatmuseum

Hüllhorst. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Die Mitglieder des Kulturausschusses beschlossen, künftig den Namen des Gründers und das Gründungsjahr in die Bezeichnung des Heimatmuseums aufzunehmen: „Heimatmuseum Hüllhorst – gegründet 1910 von August Stohlmann”.

Dem Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung liegt ein Kompromiss zugrunde.

Jürgen Wiemann, Ortsvorsteher in Hüllhorst, hatte im Januar den Antrag gestellt, das Hüllhorster Heimatmuseum in „August-Stohlmann-Heimatmuseum Hüllhorst” umzubenennen. Das Heimatmuseum habe seine Existenz allein August Stohlmann zu verdanken. „Herr Stohlmann wirkte als Lehrer und Kantor in Hüllhorst und erkannte bereits sehr frühzeitig die herausragende Stellung eines Heimatmuseums, um die Kultur der Bevölkerung im 19. Jahrhundert in Hüllhorst und den anderen Ortsteilen präsent zu halten”, heißt es in dem Antrag.

Seiner Heimatverbundenheit und seiner Leidenschaft sei es zu verdanken, dass die historische Entwicklung der Gemeinde Hüllhorst anhand von zusammengetragenen Exponaten und Dokumenten für kommende Generationen lebendig gehalten wird. Und weiter: „Das Wirken von Lehrer und Kantor August Stohlmann ist für die Gemeinde Hüllhorst von nachhaltiger Bedeutung und beispielgebend.”

Viele, vor allem ältere Hüllhorster Bürger, hätten den Wunsch auf Umbenennung des Heimatmuseums geäußert, sagte Wiemann in der Sitzung.

Der Antrag von Wiemann hatte kurz nach seinem Bekanntwerden für Unverständnis gesorgt. Sowohl bei Museumsleiter Dr. Eckhard Struckmeier als auch bei der SPD. Der Grund: Stohlmanns politische Gesinnung, seine Rolle in Hüllhorst zur Zeit des Nationalsozialismus.

In einem Schreiben hatte SPD-Fraktionsvorsitzender Horst Jording im Februar Wiemann (CDU) aufgefordert, seinen Antrag auf Umbenennung des Heimatmuseums zurückzuziehen. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen zeigte Herr Stohlmann in der NS-Zeit eine stark verherrlichende Haltung zum Nationalsozialismus. Diese findet sich auch in der Hüllhorster Schulchronik wieder”, heißt es in dem Schreiben.

Es folgten Gespräche, die jetzt in dem von der Verwaltung vorgelegten Kompromiss mündeten: Die Bezeichnung „Heimatmuseum Hüllhorst” wird beibehalten. Allerdings soll der Name des Gründers und das Gründungsjahr mit einbezogen werden, etwa im Eingangsbereich und bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Umgesetzt werden soll die Neuerung bei der Ausstellungserweiterung und den Jubiläumsfeierlichkeiten im kommenden Jahr.

In der öffentlichen Ausschusssitzung gab es keine Diskussion. Alle Fraktionen sagten, dass sie mit dieser Lösung leben können.

August Stohlmann, 1881 geboren, war Lehrer und Kantor in Hüllhorst, Ehrenbürger und Bundesverdienstkreuzträger. Eine von Stohlmann 1910 ins Leben gerufene Ausstellung von Zeugnissen der ländlichen Alltagskultur war Ursprung der Gründung des Heimatmuseums. Stohlmann war bis 1947 Lehrer in Hüllhorst und leitete das Museum bis zu seinem 80. Geburtstag im Jahre 1961.

(Text: Waldemar Freitag / Bild: HO)


18 Kommentare zu “Heimatmuseum: Gründer gerät ins Zwielicht”

  1. Holzmeyer sagt:

    Mmmh, man muss jetzt schon mal super aufpassen, dass man nicht als verkappter Nazi dargestellt wird, wenn man hier jetzt seine Meinung aufschreibt. Also für alle: ich hasse diese braune Suppe wie die Pest, ich habe und will auch nichts mit diesen Idioten zu tun haben, aber…
    Ich kenne den „Gründer Stohlmann” nicht gut genug, um ihn als Nazi bezeichnen zu können. Es stellt sich mir nur die Frage, war er auch nur so ein „Mitläufer” wie dein oder mein Opa evtl. Oder war es nur halt ein Dorfschullehrer, der seine Heimatverbundheit in der Gründung des Museums unterstrichen hat. Viele haben früher der NSDAP und deren Vorstellungen geteilt. Manche aus Überzeugung, andere eben aus Unwissenheit. Es kann doch nur jetzt geklärt werden, ist der Stohlmann eine Nazi-Größe im Dorf oder Partei gewesen, dann bitte sich klar distanzieren, oder war es nur eine Mitläufer, der mal was Positives über A.H. gesagt oder geschrieben hat, dann sollte man seinem ursprünglichen guten Handeln für Hüllhorst und seiner Geschichte Rechnung tragen. Ich wundere mich allerdings, wenn so jemand schon ein Bundesverdienstkreuz bekommt, müsste doch schon damals die Person durchleuchtet worden sein und im Falle einer relevanten Nazi-Vergangenheit dieses doch wohl nicht verliehen worden sein. Oder haben die früher gepennt?

  2. Christian S. sagt:

    In der Zeit war der Lehrer durchaus eine ernstzunehmende Größe im Gefüge eines Dorfes. Er hatte schließlich dafür zu sorgen, dass aus den Bauerssöhnen und Töchtern ordentliche Staatsbürger (im klassischen Sinne) wurden. Nicht umsonst hat die politische Führung ab ‘33 auch die Schulen von unliebsamen Zeitgenossen, sprich Demokraten, „gesäubert”.
    Genauso wie heutzutage ein Lehrer schleunigst aus dem Schuldienst entfernt werden sollte, der mit braunem Gedankengut auffällt, sollte ein ehemaliger Lehrer gleicher Colleur nicht ohne Not zu Ehren kommen.
    Die Verdienste für Hüllhorst sind unbestritten, aber wenn er tatsächlich ideologisch nicht tragbar ist, sollte man das nochmal überdenken.

    Ich selbst kenne nun den Wortlaut in den Schriften nicht, um die es da geht. Aber nehmen wir an, die Ausschussmitglieder wissen um den Inhalt und er stellt sich tatsächlich so dar, wie Herr Jording das andeutet, dann ist es empörend, wie ignorant sich der Ausschuss demgegenüber präsentiert.
    Das ist dann die Wiederholung der Zustände in den 50er und 60er Jahren. Denn was glauben sie denn Herr Holzmeyer, wo die ganzen Beamten, Richter, Politiker usw. hergekommen sind, die nach ‘49 die Bundesregierung aufgebaut haben?!
    Da wurde doch meistens einfach nur das Bild in der Amtsstube ausgewechselt und fertig. Die Besatzungsmächte hatten ja auch gar keine andere Wahl. Soviele lupenreine Demokraten waren aus den Lagern und Gefängnissen garnicht mehr zu holen, um Westdeutschland wieder regierbar zu machen. Da hat man geflissentlich die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen. Und die betroffenen Personen haben das natürlich dankbar übernommen. Und so wurden dann auch Bundesverdienstkreuze an alte Nazis verliehen, von alten Nazis.

    Ganz ehrlich frage ich mich, warum man das Heimatmuseum nicht einfach Heimatmuseum nennt. Muss denn alles irgendeinen „besonderen” Namen tragen?

  3. Freier-Beobachter sagt:

    Toll Herr Wiemann,

    da haben Sie den Mitgliedern des Kulturausschusses mit Ihrem Antrag auf Umbenennung des Heimatmuseums scheinbar einen Bärendienst erwiesen.
    Jetzt geht auch noch der Linke Kreisverband gegen diesen Beschluss vor.
    Die teilweise neuen Mitglieder dieses Ausschusses müssen sich in die rechte Ecke stellen lassen, weil sie einem gefundenen Kompromiss zur Umbenennung zugestimmt haben, ohne die scheinbar vorher bekannte rechte Gesinnung von Herrn Stohlmann zu kennen.

    Ich gehe davon aus, dass Sie als Ratsmitglied, Ortsvorsteher, Ausschussmitglied und Polizeibeamter die Hintergründe von Herrn Stohlmanns Gesinnung sorgfältig geprüft (zumal Ihnen ja seit langem bekannt war, dass es solche Vorbehalte gibt) haben und erwarte, dass Sie öffentlich dazu Stellung nehmen, „dass Herr Stohlmann kein Nazi war”.

    Sollte es sich jedoch herausstellen, dass Herr Stohlmann ein Nazi war, kann nur erwartet werden, dass Sie unverzüglich Ihre Ämter in der Gemeinde zur Verfügung stellen, denn dann sind Sie für das Ansehen der Gemeinde nicht mehr tragbar.
    Sie bringen dann Hülllhorst, seine Bürger und deren Vertreter im Kreis und Land in Verruf.

  4. Sven Öpping sagt:

    Ganz besonders stark finde ich persönlich Kommentare, die jemand anderen angreifen, aber anonym gesendet werden… aber das nur nebenbei!

    Zum Thema

    Ganz klar, Kritik ist berechtigt, aber trotzdem sollte man nun weiterhin mit Sorgfalt, Vernunft und vor allen Dingen Offenheit an die zu klärenden Sachverhalte gehen.
    Mir persönlich ist nur dieses eine Zitat aus der Zeitung bekannt – völlig ohne Kontext.

    War es wirklich der Ausspruch eines bekennenden Nazis? War es seine „Pflicht” solch einen Satz in das besagte Buch zu schreiben, da es von den Nazis kontrolliert wurde? Hat er es etwa geschrieben, weil er aufgrund dieses Eintrages Vorteile für seine Schule bekam, um seine Schüler materiell besser fördern zu können?

    Ich denke, es müssen viele Fragen gestellt werden und nicht wie Sie, Herr Freier-Beobachter, in peinlicher Art und Weise, den Kopf von Herrn Wiemann zu fordern! Bis vor Kurzem gab es, so weit ich weiß, nur Gerüchte und keinerlei Beweise. Der Mann trug das Bundesverdienstkreuz! – Da muss ich mich aber eindeutig auf die Seite von Herrn Wiemann schlagen, da er sich bei seinem Vorschlag auf Wissen und nicht auf Hörensagen gestützt hat.

    Wenn die offenen Fragen geklärt wurden, sollte man die Entscheidung der Umbenennung gegebenenfalls überdenken – denn in einem sind wir uns, denke ich, alle einig: Wenn der Vorwurf wirklich stimmt und bewiesen werden kann, sollte das Heimatmuseum doch lieber Heimatmuseum heißen.

  5. Freier-Beobachter sagt:

    Alles schön und gut und bleiben wir, wie Sie sagen, sachlich.

    Wo bleibt die Stellungnahme von Herrn Wiemann zu der Behauptung, Herr Stohlmann sei ein Nazi.
    Es erfolgt – leider – keine und das macht nachdenklich.

    (…)

  6. Freier Hüllhorster Bürger sagt:

    Hallo Liebe Bürger!

    ich habe hier eine Leserbrief von Herrn Hellweg zu dem Thema gefunden der doch bemerkenswert ist und den ich mal angehängt habe.
    Herr Hellweg ist wohl einer der wenigen, die zu diesen Thema Nachforschungen angestellt haben.

    Ich vertrete hier ausdrücklich nicht die politische Meinung, Wertung und Einstellung von Herrn Hellweg .

    Ich begrüße nur die Recherche zu dem Thema und weiß aus
    anderen Vorgängen, dass die Recherchen von Herrn Hellweg der Wahrheit entsprechen.

    Gruß euer
    Freier Hüllhorster Bürger

    Beschluss ist eine „politische Instinktlosigkeit”

    Hüllhorst. Zum Artikel „Gründer mit zweifelhafter Gesinnung“ (NW v. 21.11.) folgende Leserzuschrift:

    Der Jugend-, Sport- und Kulturausschuss der Gemeinde Hüllhorst hat jüngst beschlossen, im Eingangsbereich des Heimatmuseums auf seinen Gründer August Stohlmann hinzuweisen. Dieser Beschluss wurde schon von mehreren Seiten kritisiert. Auch ich halte ihn für eine politische Instinktlosigkeit (. . .).

    August Stohlmann war von 1910 bis 1947 Lehrer und Kantor an der Vorschule Hüllhorst. Als Hauptlehrer war er für das Führen der Schulchronik zuständig. Aus seinen Eintragungen geht klar hervor, dass er ein glühender Verehrer Adolf Hitlers und der NS-Ideologie war.

    In voller Kenntnis der dramatischen Vorgänge Anfang 1933 – das waren unter anderem „Ermächtigungsgesetz“ mit Abschaffung der Demokratie, Zerschlagung der Gewerkschaften, Verbot der SPD, Entlassung aller Juden aus dem Staatsdienst, Boykott jüdischer Geschäfte, Ärzte und Einrichtungen, Verhaftung vieler Oppositioneller, Errichtung der ersten KZs und den ersten Todesopfern durch den braunen Terror – schreibt August Stohlmann in der Chronik unter anderem auch: (. . .) „Wir haben Großes erleben dürfen (. . .). Gott hat uns das getan durch Kraft eines Menschen. Möchte unser Volk nun weiter den Weg des Aufstiegs nehmen und seines Gottes nicht vergessen (. . .)“ Und wenig später: „Überall entsteht ein Neues. Wollte man alles schildern, dies Buch würde nicht reichen. Berufenere Hände werden in großen Werken das niederlegen, was der Umwelt erhalten bleiben muss. Wir scheiden dankbar von 1933“.

    Der damals 52-jährige Pädagoge feiert die Errichtung der NS-Diktatur als göttliche Fügung. Diese kritiklose Lobhudelei kann man nur als geistige Mittäterschaft bezeichnen. Seine Wortwahl entsprach der verirrten Theologie der NS-nahen „Deutschen Christen“ aber auch große Teile der „Bekennenden Kirche“ vertraten diese national-verbrämte Lehre. Politisch gesehen war August Stohlmann ein ultrarechter Nationalist, der der NS-Bewegung sehr nahegestanden haben muss.

    Seine enthusiastische Schilderungsweise der Ereignisse der damaligen Zeit findet man in der Chronik bis 1945. Er war also bis zum Schluss ein unbelehrbarer Anhänger des Hitlerregimes. Chroniken anderer Schulen belegen, dass es keine Pflicht war, die politischen Geschehnisse zu dokumentieren.

    Deren Schreiber notieren nur wenig, bzw. verzichten ganz darauf. August Stohlmann gab also seine Überzeugung kund! Nebenbei bemerkt: Die Gründung des Museums ging zwar von August Stohlmann aus, aber Unterstützung beim Aufbau kam aus allen Gemeinden des Amtes. Heimatkunde hatte damals einen hohen Stellenwert (. . .).

    Nun geht es aber nicht darum, August Stohlmann nachträglich zu verurteilen. Er war auch nur ein Mensch seiner Zeit, mit dieser unrühmlichen aber sicher auch guten Seiten. Man sollte ihm daher seine Totenruhe lassen und seinen Namen nicht kommerzialisieren. Zu kritisieren sind die Beschwichtiger und Verdränger, die aus der jüngeren deutschen Geschichte anscheinend nichts gelernt haben und diesen Beschluss gefasst haben. Ist das Hüllhorster Vergangenheitsbewältigung?

    1960 hat August Stohlmann für die Gründung des Museums von der Altgemeinde Hüllhorst schon das Bundesverdienstkreuz und die Ehrenbürgerschaft verliehen bekommen. Das war nichts Besonderes damals.

    Das öffentliche Leben in den Amtsstuben, Schulen usw. wurde, auch noch nach dem Krieg, von Leuten bestimmt, die auch in der NS-Zeit schon dort waren. Andere gab es ja nicht! (. . .) In anderen Kommunen wird, wenn Nazi-Verstrickungen später bekannt werden, darüber öffentlich diskutiert und manchmal Ehrungen auch wieder aberkannt, zum Beispiel Straßen umbenannt und Erinnerungstafeln entfernt.

    In Hüllhorst aber macht man es umgekehrt. Jetzt, nachdem er über die Nazi-Vergangenheit des Lehrers August Stohlmann vom heutigem Museumsleiter in einer ausführlichen Expertise informiert wurde, beschließt der Jugend- und Kulturausschuss, einstimmig den verdienten Mann nun endlich am Museumseingang mit dem Namensschild zusätzlich zu würdigen. Wohl damit der Name unvergessen bleibt?

    Es ist doch paradox, gar schizophren: Am Eingang eine neue Ehrentafel anbringen, und im Museum erfährt der erstaunte Besucher, dass der unbescholtene Ehrenbürger und Ordensträger während der gesamten rund zwölfjährigen Nazi-Herrschaft ein überzeugter, fanatischer Nazi war.

    Diese neue, dritte Ehrung durch die Gemeinde Hüllhorst ist eine Verhöhnung aller NS-Opfer!

    Das man nachher noch erklärt, dass man damit „leben kann“ entlarvt, welcher Geist noch in manchen Köpfen weht. 99 Jahre kam das Museum ohne Namensnennung aus, auch in Zukunft sollte das Schicksal von August Stohlmann im Museum bleiben.

    Mit diesem faulen Kompromiss wird nur die Profilierungssucht von einer Gruppe um den Ortsvorsteher Jürgen Wiemann (CDU) befriedigt, zum Schaden für die Gemeinde.

    Dass es keine Gegenstimmen gab, zeigt, dass kein Ausschussmitglied aus der Geschichte gelernt hat, nicht mal einer aus den Reihen der SPD, deren damalige Mitglieder besonders von den Nazis verfolgt wurden (. . .).

    Hätte man demokratische Prinzipien befolgt, wären bei dieser wichtigen Angelegenheit, bei der es um Vergangenheitsbewältigung und Jugendbildung geht, erst Bürgeranhörungen gemacht worden (. . .).

    Einige unserer Volksvertreter sind bekanntlich erst vor Jahresfrist (beim Thema Windkraft, Anm. d. Redaktion) mit einem blauen Auge an persönlichen Schadensersatzzahlungen vorbei geschlittert.

    Jetzt tritt ein anderer Ausschuss schon wieder in den nächsten Fettnapf, der ähnlich hohe Wellen schlagen kann und Hüllhorst Negativschlagzeilen bringen wird. Ich habe meine Zweifel, ob der kritisierte Beschluss, der eine Bagatellisierung der NS-Verbrechen ist, überhaupt gerichtsfest ist und bin der Meinung, dass eine große Mehrheit der Hüllhorster ihn auch ablehnt und nicht mit diesem Makel behaftet werden will.

    Alle besonnenen Bürger der Gemeinde, besonders die Vertreter von Kultur, Schulen und Kirchen sollten sich dafür einsetzen, dass dieses kritisierte Vorhaben nicht umgesetzt wird. Günter Hellweg 32609 Hüllhorst

  7. Freier-Beobachter sagt:

    Hallo Herr Öpping,

    da ich davon ausgehe, dass die Recherchen von Herrn Hellweg der Wahrheit entsprechen und Herr Wiemann diese kennen dürfte, müssen Sie wohl Ihre Unterstützung für ihn überdenken. (…)

    Es wurden viele Fragen gestellt und die Schulchronik kann jeder lesen, Sie sollten es vielleicht mal tun. (…)

  8. Christian S. sagt:

    Aufgeschreckt durch Sven Öppings Kommentar, möchte ich nochmal anmerken, dass das Tragen von Orden und Ehrenzeichen viel zu oft nichts über die tatsächliche Ehrbarkeit bestimmter Handlungen aussagt.
    So würde heute kaum jemand besondere Wertschätzungen für Leistungen erfahren, für die er im dritten Reich mit Orden geschmückt wurde.
    Gleichfalls bedeutet aber auch die Verleihung von Bundesdeutschenauszeichnungen keinesfalls eine besondere ideologische oder moralische „Sauberkeit”.

    Abgesehen davon dass, wie ich ja vorher schon beschrieben habe, in den 50er und 60er Jahren kaum Leute zum Auszeichnen da waren, die nicht irgendwas mit dem Nazi-Regime zu tun hatten, konnte nicht mal Johannes Rau verhindern, dass ein unwürdiger das Bundesverdienstkreuz erhält.

    Allein der Ausruf – Zitat: „Der Mann trug das Bundesverdienstkreuz!” ist also kein sachliches Argument für die ideologische und moralische Verantwortung von Herrn Stohlmann!

    PS: Die Verbindung Bundesverdienstkreuz – Johannes Rau und unwürdig ist bei Wikipedia unter „Klaus Zumwinkel” zu finden.

  9. Sven Öpping sagt:

    Nachdem ich den Leserbrief von Herrn Hellweg in der NW gelesen hatte, der wirklich gut recherchiert war, muss ich meine oben gestellten Fragen als vollends beantwortet ansehen.

    Meiner Meinung nach sollten nicht wir, sondern der Rat sich diesem Thema noch einmal widmen. Ich denke, nach den neuen Erkenntnissen muss sich niemand dafür schämen, seine Meinung zu revidieren.

  10. Jürgen Friese sagt:

    Hallo Freier Hüllhorster Bürger,

    der Artikel von Herrn Hellweg, berücksichtigt nicht, dass es in der Gemeinde Hüllhorst vor kurzem Neuwahlen gegeben hat.
    Den jetzt Grünen Mitgliedern des Jugend-Sport-Kulturausschusses und neuen Ratsmitgliedern war nicht bekannt, dass es unter dem alten Rat Gespräche über Herrn Stohlmann gegeben hat.

    Die von Ihnen erwähnte ausführlichen Expertise des Museumsleiters liegt uns nicht vor. Nach den uns jetzt vorliegenden Informationen wurde diese nur der Gemeindeverwaltung, dem Bürgermeister und den Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD ausführlich mündlich dargelegt, danach auch schriftlich.

    In den uns vorliegenden Anträgen wird Herrn Stohlmanns Vergangenheit nicht erwähnt.

    Der Kommentar, dass man mit dieser Entscheidung leben könne, kam auch nicht von den Grünen.

    Wir haben einer Sitzungsvorlage der Gemeinde zugestimmt und müssen davon ausgehen, dass die alle Hintergründe überprüft hat und dass natürlich auch der Antragsteller Herrn Stohlmanns Leben durchleuchtet hat.

    Jürgen Friese

  11. Christian S. sagt:

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

    Ich dachte, gerade die Grünen wären für ihre kritischen Nachfragen bekannt?!

  12. Freier Betrachter sagt:

    Hallo Herr Friese,

    über ihren Kommentar bin ich sehr erstaunt. Ihre Fraktionsvorsitzende Frau Högner-Klose ist doch schon seit über 10 Jahren Mitglied des Rates der Gemeinde Hüllhorst. Hat sie sich etwa nicht mit dem Antrag Hüllhorster Bürger über den Ortsvorsteher an Bürgermeister Henke befasst und ihre Fraktion informiert?
    Übrigens:
    Auch die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU haben einschließlich Kirchmeister Jürgen Lübbert und den gesamten Mitgliedern des Jugend-, Sport- und Kulturausschusses für die Umbennenung des Heimatmuseums gestimmt. In Gegenwart der Verwaltungsspitze mit Zustimmung des Museumsleiters Dr. Struckmeier. Zitat Jürgen Lübbert: „Ist der Museumsleiter damit einverstanden?” Antwort Dr. Struckmeyer: „Ja.”
    Tipp:
    Herr Friese, fragen sie doch ganz einfach mal ihr Ausschussmitglied Benjamin Rauer, wie die Sitzung verlaufen ist.

    Ihr Freier Betrachter

  13. Huellhorster sagt:

    Ehrlich gesagt, regt mich die ganze Diskussion hier sehr auf.

    Ich warte eigentlich nur, dass einer beantragt, dass die
    Ehrenbürgerschaft und das Verdienstkreuz ebenfalls noch
    nachträglich aberkannt werden sollen!!

    Spinnt Ihr denn alle??

    Herr Stohlmann hat das gemacht, was vielen anderen im
    Krieg nur übrig geblieben ist. Er hat versucht, im
    Rahmen nach Außen zu wirken und somit alle Freiheiten für seinen Beruf als Kantor und Lehrer zu bekommen.

    Wir wissen doch alle, dass es damals hieß, Vogel friss oder stirb!! Und so haben es fast alle Deutschen gehand-
    habt.

    Unsere Geschichte ist schlimm, aber wir müssen endlich mal aufhören, uns für alles zu entschuldigen. Wir, die
    vierte und fünfte Generation nach dem Krieg will sich nicht mehr für alles entschuldigen müssen.

    Im Bereich des Heimatmuseums ist eine einheitliche Rats-
    endscheidung gefallen! Aus meiner Sicht ist dieses ein-
    deutig und es sollte auch nichts weiter passieren!

    Warum sich besonders die Linken mit ihrer eigenen Ver-
    gangenheit als Richter aufspielen, ist sehr fraglich!
    Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!!

    Lasst nun die Umbennung wie sie ist!! Und kümmert Euch
    um Themen, die wichtiger sind und für unsere Zukunft
    entscheidend sind.

  14. Freier-Beobachter sagt:

    Ach, da werden allgemein wichtige Informationen, die alle Bürger der Gemeinde Hüllhorst betreffen an die SPD und CDU weitergeben und ausdiskutiert.

    Ich dachte eigentlich, dass es in unserer Gemeinde vier rechtmäßig gewählte Parteien gibt.

    Zwei von uns Bürgern gewählte Partein werden hier scheinbar undemokratisch außen vor gelassen und nicht über alle Vorgänge Informiert.

    Ist das noch Demokratie???

    Passierte das nur in diesem einen Fall???

    Ich glaube, hier verstößt die Gemeindeverwaltung gegen Ihre Informationspflicht allen demokratisch gewählten Parteien gegenüber, und das widerspricht unserer Verfassung.

  15. Der-Schnathorster sagt:

    @ Freier-Beobachter
    Solche Informationen können und wurden bei der Verwaltung angefordert; das zu tun ist jeder Partei, jeder Fraktion und jedem Bürger möglich.
    Natürlich nur, wenn man ein wirkliches Interesse hat und nicht nur die Verwaltung angreifen will.

  16. Christian S. sagt:

    Zitat Huellhorster: „Herr Stohlmann hat das gemacht, was vielen anderen im
    Krieg nur übrig geblieben ist. Er hat versucht, im
    Rahmen nach Außen zu wirken und somit alle Freiheiten für seinen Beruf als Kantor und Lehrer zu bekommen.”

    Aus dem hier dargelegten Leserbrief von Herrn Hellweg geht hervor, dass Herr Stohlmann bereits 1933 (da war noch kein Krieg!) sehr eifrig die nationalsizialistische Sache in der Chronik lobpreiste.
    Es gab genug Leute in wichtigen und führenden Positionen, die sich nicht zu solchen Lobeshymnen haben hinreißen lassen und trotzdem überlebt haben und sogar ihren Posten behalten haben.
    Es gibt schon einen Unterschied zu stillschweigendem Hinnehmen und öffentlicher Zustimmung, wie sie Herr Stohlmann anscheinend betrieben hat.
    Es geht im Grundsatz ja auch nicht darum, Herrn Stohlmann bestimmte Lebensleistungen abzuerkennen, sondern ob diese Lebensleistung in Abwägung mit seinen Äußerungen die Umbenennung eines öffentlichen Gebäudes in unserer Gemeinde rechtfertigen.

    Warum belässt man den Namen des Museums nicht einfach wie er ist, und räumt dem Gründer einfach eine Ecke ein, in der UMFASSEND über sein Leben und Werk berichtet wird. Da kann dann meinetwegen auch ein großes Schild mit „Gründer des Heimatmuseum Hüllhorst” drüber. (peinlicherweise weiß ich grad nicht, ob es so ein Porträt vielleicht schon gibt, wenn dem so ist, Asche auf mein Haupt)

    Was mich viel mehr stört ist, dass hier dauernd neue Aspekte und teilweise gegensätzliche Angaben auftauchen.
    Waren jetzt alle über die Hintergründe informiert? Hat Herr Struckmeyer Bedenken geäußert oder hat er zugestimmt??
    Und im Übrigen: Wenn der Rat eine Entscheidung auf der Grundlage ungenauer oder ungenügender Information fällt, ist es keine Schande, diesen Beschluss nochmal zu überdenken und neu zu verhandeln.

    @Freier-Beobachter (der mit Bindestrich)
    Ich bin ja auch ein Freund von klaren Worten, aber dieses ständige Polemisieren ist auch nicht zielführend. Ihre wiederholten Forderungen nach dem Rücktritt von Amts- und Mandatsträgern drängt mir die Vermutung auf, dass sie gern selbst ein Amt inne hätten? Ich hoffe, sie würden in solch einem Falle ihre konsequente Haltung weiter verfolgen und bei einem Fehler sofort wieder zurücktreten?!
    Aber mal ernsthaft: Ich gehe ja mal davon aus, da alle Unterlagen öffentlich sein sollten, dass Sie sich, so wie Sie es von anderen erwarten, umfassend Informiert haben. Dann sagen Sie uns doch mal, was hat Herr Stohlmann nun geschrieben hat und welche Unterlagen liegen der Verwaltung und dem Rat vor?
    Das wäre ein zielführender Beitrag und würde ihrer Empörung ggf. den nötigen Hintergrund geben.

  17. Der-Schnathorster sagt:

    Lieber Christian S.,

    das ist ja genau der Beschluss, das Museum wird nicht umbenannt. Es wird nur ein Schild im Eingangsbereich geben, auf dem Heimatmuseum Hüllhorst gegründet 1910 von August Stohlmann steht.
    Das ist der Kompromiss, den der Ausschuss beschlossen hat.
    Der Name bleibt unverändert.

  18. Freier Betrachter sagt:

    Hallo “Der-Schnathorster”,

    stimmt ja gar nicht, das Museum ist umbenannt worden.

    Ihr Freier Betrachter

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